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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
Entstehung
Seite
278
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Wir haben bisher die verschiedenen Funktionen des Geldes,einschließlich der des Zahlungsmittels, grundsätzlich alsGegenstand einer spezifisch wirtschaftlichen Untersuchung inBetracht gezogen. Wir suchten jeweils zu zeigen, wie ein natur-gomäßos, allgemein verbreitetes wirtschaftliches Bedürfnis sein Be-gehren nach solch einer Dienstleistung eines Geldgutes erhebt; welcheswirtschaftliche Verfahren zur Befriedigung desselben eintreten muss,und wie sich die einzelnen unterscheidbaren Funktionen des Geldeszu einer wirtschaftlichen Gesamtwirkung mit einem kaum überseh-baren Erfolg zusammenschließen. Wohl hatten wir dabei bereitsbesonderer Aufgaben und Leistungen der allgemeinen Staatsgewaltzu gedenken. Indessen stand für uns in der Hauptsache nur einepflegliche Förderung des Geldgebrauches in dem freien wirtschaft-lichen Verkehr in Frage.

Die Normen, welche Gesetz und Recht, wenngleich im Hin-blick auf dio Verkehrsthatsachen und mit Berücksichtigung desVerkehrsbedarfes, doch von dem Standpunkt und wegen der Auf-gaben der allgemeinen Rechtsordnung maßgebend für den Geld-gebrauch aufstellen, müssen Gegenstand besonderer und verselbstän-digter Betrachtung werden. Natürlich wird das Geld, wie es durchGewohnheitsrechtssätze oder legislatorische Akte für rechtsgiltigemGebrauch bestimmt und auch für Urteile des Richters festgestelltist, als das Geld im juristischen Sinne, ein hervorragendesObjekt rechtswisseuschaftlicher Erörterung abgeben. Aber die poli-tische Ökonomie kann doch ihrerseits auf eine Beteiligung an demGang und den Ergebnissen dieser Erörterung nicht verzichten. Man