finden. Ich habe vor zwanzig Jahren die Funktion des AVerttrans-portes aus ihrer Verhüllung unter dem Güter- (und resp. 'l’ausch-mittel-)Transport hervorstellen können, möchte dagegen durchausnicht behaupten, dass damit die Zahl der thatsächlichen und be-deutsamen Geldfunktionen abgeschlossen sei. Die ganze Reiho jenerFunktionen braucht keineswegs gleich mit dem ersten Gebrauch einesGeldes nebeneinander in Wirksamkeit, noch weniger gleichmäßigentwickelt zu sein. Die Zahlungsfunktion z. B. hat in dem moder-nen Wirtschaftsleben eine Bedeutung erlangt, die sie ehedem garnicht haben konnte. Auch ist das Edelmctallgeld seinerseits keines-wegs für jede dieser Funktionen in gleich hohem Grade vorzüglichausgerüstet. Da in der Funktion für Wertaufbewahrung nicht bloßDienstleistung für Aufbewahrung und Aufsammlung von Wertgegen-ständen (Schatzbildung), sondern auch Erhaltung gleichwertig vor-bleibender Vermögensteile verlangt wird, so fordert in letzerer Be-ziehung die empfindliche Wertveränderung der Edelmetalle im Laufelanger Zeiträume eventuell sogar eine besondere Vorkehr. Aberdieser Mangel wird weit in den Hintergrund gedrängt durch dieThatsache, dass die im Einzelnen unterscheidbaren Funktionen desGeldes teils einander voraussetzen und bedingen, teils sich gegen-seitig fördern und stützen, und dass die Edelmetalle im Ganzengenommen eine A r ereinigung von Merkmalen zeigen, die sie in wahr-haft überraschender Weise zu gleichzeitiger Dienstleistung in dengesamten Funktionsaufgaben des Geldgutes geeignet erscheinen lässt.
Druckschrift
Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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277
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