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schriftlichen und mündlichen Debatten werden ganz besonders auchauf Fragen in betreff der Übertragung der Nutzung menschlicherArbeitskräfte hingeführt, wobei teils das Vorkommnis selbst, teilsdie Bedingungen in Betracht kommen, unter welchen die Übertra-gung sich vollzieht. Derartige wirtschaftliche Fragen werden in-dessen nicht wie die Kulturfragen aus jenem Bereich des „Wahren,Guten und Schönen“ fern von dem Markt des Lebens in „lichtenHöhen“ ausgefochten. Da sich vielmehr an ein Verdikt, wie z. B.über die sachlichen Folgen des „Laissez faire, laissez passer“ andieser oder jener Stelle, weitgreifende Erwerbsinteressen verschie-dener Reihen von erwerbsthätigen Menschen anschließen, so wirdhier die unbefangene, volle Einsicht in den wirklichen Thatbestandwohl auch wie auf Grund eines Prozesses gewonnen, in welchemeifrige Anwälte einseitig und schneidig für die eine und gegen dieandere Partei das Wort ergreifen. Daraus entspringt die besondereGefahr, dass Wahrheiten unbeachtet bleiben oder verworfen werden,bloß weil die Thatsache vorliegt, dass diese Wahrheiten in ganzunzulässiger Übertreibung oder in Begleitung unberechtigter Urteileund Folgerungen zur Geltung gebracht werden wollten.
Im Übrigen müssen wir einer andern Stelle Erörterungen Vor-behalten, welche versuchen sollen, von den Ergebnissen des vor-stehenden Abschnittes aus einzelne besondere Schlussfolgerungenfür die zur Zeit schwebenden „sozialen“ Kontroversen näher zubegründen.
Knies, Das Geld. II. Aufl.
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