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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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geglaubt, einmal weil hier obwohl selbstverständlich für Marxnicht eine Lücke in der Lehre vom Gelde Anlass geworden isteine Ausführung gegeben ist, welche in klar ausgesprochener Weisejenes Hemmnis der Messung des Wertes anderer Güter durch dasGeldgut hervorstellt und in einer von höchst bedeutsamen Folge-rungen begleiteten Weise zu beseitigen unternimmt. Sodann aberauch gerade deshalb, weil ich meinerseits diese Darlegung fürsachlich unrichtig erklären muss. Die folgenden Einwendungensind genau auf die hier zu erledigende Frage gerichtet: ob dieGleichsetzung zweier verschiedenartigerGebrauchs-werte im Tauschverkehr sich erklären lässt aus einerGleichsetzung zweier Arbeitsquanta beziehungsweise zweiergleichen Zeiten einfacher Arbeit, die zur Herstellungjener Gebrauchsgüter erforderlich gewesen.

Ich muss dies entschieden in Abrede stellen.

Auch mit dem Scharfsinn, wie er Marx zu Gebote steht, lässtsich die Aufgabe nicht lösen,Gebrauchswerte wie Konsumtions-güter zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse, sachliche Mittelfür Genüsse, auf Quantitäten von Bemühungen, auf Lasten derPersonen zureduzieren. Das ist Substitution von Fremdartigem,Nichtbeachtung des Wesentlichen. Die Gleichsetzung verschie-denartiger Gebrauchswerte für Bedürfnisbefriedigung lässt sichnur erklären durch eine Reduktion derselben auf ein ge-meinsames Gebrauchswertige. Dass dieses wegen der Ver-schiedenheit der einzelnen Gebrauchswerte unter einander absolutunmöglich sei, ist eine Hypothese, die wir zu widerlegen hoffen.

Wenn, wie Marx (S. 7) ausdrücklich bekräftigt,es Gebrauchs-werte giebt, die kein Tauschwert sind, weil ihr Dasein nicht durchArbeit vermittelt ist, wie wildwachsendes Holz u. s. w., so kanndas spezifische Wesen des Gebrauchswertes, so wie diesen letzterengerade Marx seinen Erörterungen zu Grunde legt, überhauptnicht in eine Beziehung zu einem Quantum menschlicher Arbeitgesetzt werden. Es kann nicht ein solches, in Gebrauchswertensteckendes Arbeitsquantum sein, das den Begehr nach diesen Güternanregt und normiert. Wir müssen auch in der Tliat feststellen:unser bezügliches Gebrauchsbedürfnis wird durch Brot, Schuhe,