Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
159
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funden, weil das Avancement dadurch litt und derKrieg die einzige Möglichkeit bot zu rascher Karriere.Der Verfasser schildert sehr anschaulich den Thron-wechsel 1840 mit den unausbleiblichen Uniform-wechseln, die dann folgten, er schildert die Vor-bereitungen fürdie große Epoche, welche uns durchdie Stadien der Enttäuschung und Erniedrigung, durchernste Arbeit und blutigen Kampf zu der Höhe ge-führt hat, auf welcher wir unter dem großen KaiserWilhelm standen." Aus seinen Zeilen spricht derPotsdamer Geist", der die Autokratie zur Voraus-setzung hat, und dessen Bismarck sich bediente fürseine politischen Zwecke, der aber auch leider nach-her im Reiche übermäßigen Ausdruck fand.

War nicht der große Staatsmann selbst bis zueinem gewissen Grade eine Verkörperung desPots-damer Geistes", der auf junkerlich-militärischenVoraussetzungen beruhte? In welchem anderen Landewürde wohl ein Staatsmann, der niemals Heerführerwar, als Kürassier sich zeigen und als solcher ineinem auf dem allgemeinen und gleichen Wahlrechtberuhenden Reichstag erscheinen? Kann man sich einDenkmal Cavours oder Gortschakows oder gar Dis-raelis als Kürassier vorstellen? Hat es nicht etwasGroteskes, wenn ein Botschafter oder Minister alsHusarenleutnant oder Rittmeister einherstiefelt unddie Ziviluniform verschmäht, die allerdings mehr durchHandarbeit glänzte als durch guten Geschmack?

Unsere Begeisterung für das legitime Königstumwar so tief und fest begründet, daß wir jeder natio-nalen Erscheinung, die damit im Widerspruch stand,also vor allem der deutschen, auf Einheit gerichteten,mit Haß und Verachtung gegenüb erstanden.

Die Frankfurter Jahre (1854 bis 1857) alsAdjutant des Generals Grafen Waldersee brachten