einverstanden. Es wurde der Wunsch ausgesprochen,daß die Ankunft in Besika-Bai möglichst gleichzeitigerfolge.
Hierauf gab ich die nachstehende Erklärung ab:
„Die Kaiserliche Regierung ist der Ansicht, daß esunerläßlich ist, den Schritt der Mächte in Sofia zu-gunsten der rumänischen Forderungen nicht dem Kol-lektivschritt bei der Hohen Pforte folgen, sondern ihngleichzeitig stattfinden zu lassen. Eine freundschaft-liche Intervention in Sofia in dieser Reihenfolge, die,wie die in Pera, darauf hinzielte, die Kriegsgefahr ab-zuwenden, würde in diesem Augenblick eine nochgünstigere Aufnahme finden als Bulgarien rechtferti-gen könne, angesichts seiner öffentlichen Meinung, dieKonzessionen würden an Rumänien gemacht infolgeder ernstlichen Vorteile, die die Mächte im Begriffsind, ihm bei der Hohen Pforte zu verschaffen."
Ich wurde hierbei von den verbündeten Kollegenlebhaft unterstützt. Graf Bercbtold hatte allerdingsden Grafen Mensdorff nicht auf die Notwendigkeitgleichzeitigen Vorgehens hingewiesen, sondern denZeitpunkt Vorbehalten.
Graf Benckendorff erhob Bedenken. Nach seinenNachrichten seien die Unterhandlungen zwischen denHerren Danew und Jonescu keineswegs an einemtoten Punkt angelangt. Nach orientalischer Sitte werdeauf beiden Seiten übertrieben und gelogen. Im Prinzipsei er durchaus nicht dagegen, nur erscheine ihm diegegenwärtige Phase als ungeeignet, da Bulgarien be-reit sei, entgegenzukommen, und Rumänien unnötiger-weise mit Einmarsch drohe. Es müßten dann zumwenigsten Vorstellungen auf beiden Seiten erfolgen.Infolgedessen wurde kein Beschluß gefaßt und die Be-sprechung vertagt.
Mein russischer Kollege betonte noch zum Schluß,
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