Grey gesagt, daß wir uns an der Seite unserer Ver-bündeten befänden, daß ich diesen aber in der ganzenAngelegenheit den Vortritt überlassen müßte.
Wie Sie aus meinem gestrigen Bericht ersehen,scheint Cambon seinen früheren Widerstand zu mil-dern und auch Rußland den Italienern entgegen-zukommen, Ich bezweifele sehr, daß Grey, der sichvorläufig noch in Schweigen hüllt, allein Widerstandleisten wird, schon weil er fürchtet, daß sich alsdanndie Italiener in Rhodos festsetzen könnten, was ihmäußerst imangenehm wäre- Es wird wohl daraufhinauskommen, daß der Dreiverband versuchen wird,Griechenland im Innern, also in erster Linie auf Kostenösterreichischer Wünsche (Koriza), zu entschädigen.So ungefähr denke ich mir, daß die Sache laufendürfte, und wir werden natürlich die Hereingefallenensein, denn man wird den Italienern sagen, daß sie dieErfüllung ihrer Wünsche nicht uns, sondern der En-tente zu verdanken haben, und den Österreichern be-deuten, daß die Nichterfüllung der ihrigen unsererlauen Unterstützung zuzuschreiben sei! —
Auffallend ist es jedenfalls, daß Grey nicht schonfrüher das Kabinett befragt hat und erst den Lauf dergestrigen Sitzung, die die Stellungnahme der ein-zelnen Mächte kennzeichnete, abwarten wollte. Denner muß sich doch schon längst darüber klar sein, wieweit er gehen will, und welche Linie er für so „reaso-nable“ hält, daß er unter Umständen dafür auch dieenglischen Streitkräfte einzusetzen bereit ist. Erbrachte die Angelegenheit gestern zur Sprache, ohneaber auf ihre Erörterung eingehen zu wollen, undbrach sie sofort ab mit dem Hinweis auf die Not-wendigkeit, sich über die Anwendung von Gewalt-maßregeln vorher im klaren zu sein,
Bitte mich also bis Mittwoch mit Ihren Ansichten
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