vertraut zu machen und mir namentlich zu sagen, obich mich ganz für den österreichisch-italienischenStandpunkt einsetzen und mich auch gegebenenfallsmit der Anwendung von Gewaltmaßregeln gegenGriechenland einverstanden erklären soll.
Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 15. 6. 1913
S elbst wenn es gelänge, wegen Kutzowalachen, dieman in Wien aus Rücksicht für Rumänien bei Al-banien belassen will, hier Verständigung zu erlangen,so wird das kaum genügen, um die Griechen zu be-friedigen, falls sie weder Kap-Kephali-Linie noch Ko-riza erhalten. Für erstere tritt aus Rücksicht fürItalien schon nicht mehr Herr Cambon ein, um somehr aber für Koriza, auf dessen Zugehörigkeit zuAlbanien wiederum Österreich besteht. Der Drei-verband ist also jedenfalls in der Lage, Griechenland mehr zu bieten wie wir, falls wir es nicht mit Italien gründlich verderben wollen.
Die neuerdings so stark hervortretende Interessen-gemeinschaft Griechenlands und Serbiens und der ge-meinsame Gegensatz zu Bulgarien und Albanien , diebeide von Österreich begünstigt werden, muß Grie-chenland unwillkürlich dem Dreiverband näherbrin-gen, selbst wenn Herr Veniselos noch so feierlicheErklärungen abgibt.
Für die unsicheren Aussichten griechischer Freund-schaft kämen wir in einen Gegensatz zu unseren Ver-bündeten, ohne schließlich für Griechenland das zuerreichen, was der Dreiverband in Aussicht stellt.
Ich werde also Mittwoch für den Standpunkt un-serer Verbündeten imzweideutig eintreten, vorher
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