Vierter Abschnitt
DER BALKANBUND
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 9. 6. 1913
B ei der heutigen Sitzung wurde zunächst die schroffeHaltung Bulgariens besprochen, die zum Rücktrittdes Herrn Geschow führte. Es überwog die Auf-fassung, daß Danew die treibende Kraft der Kriegs-partei sei, die entschlossen ist, auf keinem Punktenachzugeben und auch dem russischen Schiedsspruchsich nicht zu unterwerfen. Die hiesigen Balkandele-gierten sind einer Mitteilung Sir E. Greys zufolge imBegriff, abzureisen. Sir E. Grey hat ihnen geraten,sich über diejenigen Punkte zu einigen, wo eine Eini-gung möglich ist, alles übrige aber den Unterhandlun-gen zwischen den beteiligten Kabinetten zu über-lassen.
Sodann wurde von Herrn Cambon die Frage derserbischen Bahn zur Sprache gebracht, worüber Be-richt folgt.
Nächste Sitzung Mittwoch. Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT
M ein türkischer Kollege erzählte mir gestern ver-traulich, einer der hiesigen serbischen Vertreterhabe bei ihm gestern angeregt, zwischen Serbien undder Türkei eine Vereinbarung zu treffen, die sich ge-
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