Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
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VII

AN DIE REDAKTION DERSCHLESISCHEN ZEITUNG"

IN BRESLAU Berlin , 10. 12. 1926

U nter dem Titel:Deutsche Diplomatie in England "veröffentlichen Sie in Nr. 594 vom 7. d. M. IhresBlattes eine Zuschrift, in der es heißt, meineSchuldam deutschen Vaterlande" sei deshalb so groß,weil in meiner während des Krieges durch einebedauernswerte Indiskretion und nach Schlußdes Krieges mit Zustimmung des AuswärtigenAmtes veröffentlichten Denkschrift der deutschenRegierung Kriegswillenangedichtet" wird. Ichmöchte meinen, daß die poetische Veranlagungsich in diesem Falle nicht auf meiner Seite, sondernauf der Ihres Korrespondenten befindet, in dem icheinen früheren, längst abgebauten Kollegen wiederzu erkennen glaube. Hätte dieser der übrigens voll-kommen richtig die Blößen unserer damaligen Politikbei der Zentrale sucht,wo sie allein liegen", undnicht an der Peripherie sich die Mühe genommen,meine Denkschrift aufmerksam zu lesen, so hätte ergefunden, daß ich nirgends andeute oder ausspreche,daß unsere Regierung den Weltkrieg gewollt hat.Die ganze Welt außer in Berlin und in Wien begriff, daß es (das Ultimatum an Serbien) den Krieg,und zwar den Weltkrieg bedeute." Ich will durchausnicht leugnen, daß ich in der Denkschrift schwere An-klagen gegen die damaligen Leiter des Auswärtigen

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