■/"iLdes Erzherzogthronfolgers erfahren hatte, meldeteich mich in den letzten Tagen des Juni beim HerrnReichskanzler und im Auswärtigen Amt .
Dem Herrn Reichskanzler entwickelte ich, daß ichunsere auswärtige Lage für eine sehr befriedigendehielt, da namentlich unsere Beziehungen zu England eine in früherer Zeit vermißte Wärme und Innigkeitaufwiesen.
Ich erklärte, daß England alles an der Erhaltungdes Friedens gelegen sei und zwar schon aus wirt-schaftlichen Gründen, da jeder Krieg zwischen euro-päischen Großmächten England schwere finanzielleSchäden bereiten müßte. Auch wünsche man in Eng-land die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts derGruppen. Jede Verschiebung in dem Machtverhält-nisse der europäischen Großmächte würde nach eng-lischer Auffassung das bisherige Gleichgewicht derGruppen stören. Die englische Politik wolle auch nichtDeutschland erdrücken, da die deutsche Machtstellungdie Russen und Franzosen den britischen Wünschengefügig mache, und sonst der nach englischer Auf-fassung durch Deutschland auf Frankreich und Ruß-land ausgeübte Druck aufhören würde. Andererseits
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