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1 (1927)
Entstehung
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DIPLOMATIE UND DEMOKRATIEAUFZEICHNUNGEN VOM SOMMER 1917I

D er Gesandte macht mir viel Verdruß, ich habe esvorausgesehen. Er ist der pünktlichste Narr, den esnur geben kann; Schritt vor Schritt und umständlichwie eine Base, ein Mensch, der nie mit sich selbst zu-frieden ist, und dem es daher niemand zum Dankmachen kann. Ich arbeite gern leichtweg, und wie essteht, so steht es; da ist er imstande, mir einen Auf-satz zurückzugeben und zu sagen:Er ist gut, abersehen Sie ihn durch, man findet immer ein besseresWort, eine reinere Partikel. Da möchte ich desTeufels werden. Kein und, kein Bindewörtchen darfaußen bleiben, und von allen Inversionen, die mirmanchmal entfahren, ist er ein Todfeind; wenn manseine Perioden nicht nach der hergebrachten Melodieheraborgelt, so versteht er gar nichts drin. Das istein Leiden, mit so einem Menschen zu tun zuhaben."

Ich fürchte, mein Gesandter und ich halten es zu-sammen nicht lange mehr aus. Der Mann ist ganz undgar unerträglich. Seine Art zu arbeiten und Geschäftezu führen, ist so lächerlich, daß ich mich nicht ent-halten kann, ihm zu widersprechen und oft eine Sachenach meinem Kopf und meiner Art zu machen, wasihm dann, wie natürlich, niemals recht ist".

Nun, ich hoffe, meine diplomatischen Mitarbeiter

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