III
AN DAS PREUSSISCHE HERRENHAUS Berlin, 20. 4. 1918
E s ist gegen mich ein Antrag aus § 9 der Verord-nung vom 12. Oktober 1854 gestellt worden. Obwohlich eigentlich ebensowenig glaubte, mich gegen denVerdacht verteidigen zu müssen, daß mein Verhaltenin der Frage der vielerwähnten „Denkschrift“ nichtder Würde des Hohen Hauses entspräche, wie etwamich zu wehren gegen die in der Tagespresse er-schienenen Schmähungen und Entstellungen, so halteich mich doch für verpflichtet, der zur Prüfung jenesAntrages eingesetzten Kommission über den eigent-lichen Sachverhalt nachstehend einige Aufklärung zugeben:
Meine durch unerhörte Indiskretion verbreitetenund veröffentlichten Betrachtungen werden bisherwohl den meisten der Herren entweder nur in Aus-zügen bekannt sein, die in der Tagespresse mit ge-hässigen Kommentaren erschienen sind, oder aber ausden von unbekannter Seite veranstalteten Abdrücken,die schon durch den gefälschten Titel: „Die Schuldder deutschen Regierung am Weltkriege" meiner in-timen Aufzeichnung das Kennzeichen einer fremdenTendenz aufprägen.
Die von meinem Privatsekretär auf der Schreib-maschine mit wenigen Durchschlägen hergestellteNiederschrift bezeichnete sich: „Meine LondonerMission 1912—1914." Sie sollte meine persönliche
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