DIE WURZELN DER KATASTROPHE
BETRACHTUNGEN ÜBER DIE DENKWÜRDIGKEITEN DESBOTSCHAFTERS GENERAL VON SCHWEINITZ, ZUGLEICHEINE KRITIK AN BISMARCKS AUSWÄRTIGER POLITIK
I
er die kürzlich erschienenen Denkwürdigkeiten
Wdes Botschafters General v, Schweinitz aufmerk-sam liest, muß zu der Überzeugung gelangen, daßdieser Mann, der von 1876—92 Botschafter inSt, Petersburg und vorher Gesandter und Botschafterin Wien , beziehungsweise Militärbevollmächtigter amrussischen Hofe war, ein Memoirenwerk von ungewöhn-licher Bedeutung, eine Geschichtsquelle ersten Rangeshinterlassen hat. Wenn die Lektüre beendet ist, be-dauert man, daß dieser Diplomat nicht der NachfolgerBismarcks wurde. Man bedauert auch, daß es nichtnoch einen dritten Band gibt. Dieses Bedauernsteigert sich, wenn man vernimmt, daß die große Fülledes hinterlassenen Materials aus technischen Gründenbedeutende Kürzungen erheischte, um einen drittenBand zu verhindern.
Ich habe nie die Ehre gehabt, dem General vonSchweinitz persönlich näherzutreten, er galt aberschon in meiner Jugend als der bedeutendste Bot-schafter der Ära Bismarcks. Seine Denkwürdigkeitenrechtfertigen diesen Ruf, und ich glaube nicht, daß dieErinnerungen irgendeines anderen unserer Diplomaten,