meinsam gegen Bulgarien richte, und dabei die Äuße-rung fallen lassen, der Balkan sei die natürlicheGrenze der Türkei . Tewfik Pascha hat es abgelehnt,hierauf einzugehen und geantwortet, Serbien hättesich dies eher überlegen sollen, nunmehr sei es zuspät zu einer Verständigung, und die Türkei wolle sichauf keine weiteren Abenteuer einlassen. Die HaltungBulgariens, das jedes Zugeständnis an Serbien ablehnt,und die intime Annäherung zwischen Sofia und Wien scheine hiernach die Serben zu diesem verzweifeltenSchritt gedrängt zu haben. Auch wird hier angenom-men, daß eine Verständigung zwischen Bulgarien undGriechenland erreicht sei, auf Grund deren Bulgarien — vorläufig wenigstens — auf Salonik verzichtet.
Lichnowsky.
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
S ir Edward Grey ließ mich soeben zu sich bitten,um mit mir über die Ergebnisse seiner Besprechun-gen mit den französischen Staatsmännern zu reden.Er bezeichnete dieselben als durcaus befriedigend.Er habe feststellen können, daß auf französischerSeite das gleiche Bestreben bestehe wie hier nachAufrechterhaltung des Friedens und ge-meinschaftlicher Arbeit für möglichste Beschränkungdes (Balkan- ) Krieges, falls dieser wiederum aus-brechen sollte. Alle Unterhaltungen hätten sich aufder Grundlage der bekannt gewordenen Tischredenbewegt und nichts enthalten, was die Mitwirkunganderer Mächte ausschlösse. Er wies hierbei nament-lich auf die entsprechende Stelle der Rede des Herrn
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