Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
357
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aber versuchen, über die Kutzowalachen mich mitHerrn Misu zu verständigen und gegebenenfalls be-antragen, daß diese an Griechenland fallen sollen.

Lichnowsky.

AN DAS AUSWÄRTIGE AMT

London , 16. 6. 1913

atte soeben eingehende Unterredung mit Herrn

11 Misu*) über Kutzowalachen. Der Gesandte er-klärte, bisher keinen Auftrag erhalten zu haben, mitmir über die Frage zu verhandeln, er wolle aber unsereUnterredung nach Bukarest telegraphieren und tunWeisungen bitten.

Ich suchte Herrn Misu klarzumachen, daß es imInteresse Rumäniens liege, sich mit Griechenland zuverständigen, da eine Stärkung Griechenlands niemalsRumänien unbequem werden könne und willkomme-nes Gegengewicht gegen die Übermacht Bulgariens bilde. Die Kutzowalachen hätten für Rumänien keinerealpolitische Bedeutung, Herr Veniselos versprächeaußerdem die Wahrung der nationalen Rechte zu ge-währleisten. Wir müßten Griechenland irgendwo ent-gegenkommen, daher sei es angezeigt, nicht auf Zu-gehörigkeit der Kutzowalachen zu Albanien zu be-stehen.

Herr Misu entgegnete, er verschließe sich keines-wegs dieser Erwägung, seine Regierung sei aber ausinnerpolitischen Rücksichten in schwieriger Lage.Gebe sie die Kutzowalachen preis, so würde sie so-fort des Verrats an einer nationalen Sache geziehenwerden. Außerdem liefe der Minister Gefahr, er-mordet zu werden, wie Kutzowalachenanschlag auf Jo-nescu beweise. Die Erbitterung gegen die Griechensei wegen fortgesetzter Helenisierung namentlich

*) Rumänischer Gesandter in London .