Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
358
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durch Klerus in enen Gegenden nicht zu unter-schätzen, und niemand traue griechischen Ver-sprechungen. Die Regierung scheine die heikle Frageauf ihn abwälzen zu wollen aus Angst vor der öffent-lichen Meinung. Augenblicklich finden erneute Ver-handlungen in Athen statt durch den neuen rumä-nischen Gesandten, von deren Verlauf jedenfalls dieweiteren Entschließungen des Herrn Majorescu ab-hängig seien.

Gesamteindruck: Herr Misu scheint nicht ab-geneigt, für Überlassung an Griechenland einzutreten,fürchtet aber, daß die rumänische Regierung ausAngst vor der öffentlichen Meinung nicht werde zu-stimmen können. Lichnowsky.

AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 18 . 6. 1913

D as wichtigste Ereignis der heutigen Sitzung wardie durch Sir E. Grey gleich bei Eröffnung ge-machte Feststellung, daß alle Mächte sich dahin ge-einigt hätten, daß die griechische Grenze an der Küstebei Kap Stylos anzufangen habe. Meinungsverschieden-heiten beständen nur noch hinsichtlich des Hinter-landes. Hierüber wolle er vorläufig mit bestimmtenVorschlägen nicht hervortreten, sondern lieber in dennächsten Tagen mit jedem von uns gesondert ver-handeln, um zu einer Einigung zu gelangen. Alsdannentfernte er sich wegen der Marconiangelegenheit imUnterhause und überließ Sir A. Nicolson den Vorsitz.Nunmehr wurde noch über serbische Fragen ver-handelt, worüber ich schriftlich berichte.

Nächste Sitzung voraussichtlich Montag.

Lichnowsky.

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