Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

ÄfiiüfÜi

i«

Wfti*

iiffiiip

'Az.'*-

mm a

®®iif

m

WM

daher, wenn irgend möglich, noch vor Schluß desParlamentes, das bis Mitte August tagen werde, aufsLand übersiedeln. Die endgültige Festsetzung deralbanischen Verfassung werde aber lange Zeit in An-spruch nehmen, und er halte es auch für wenig prak-tisch, schon jetzt mit der Ernennung eines Fürstenund der Einsetzung einer regelrechten Verwaltungvorzugehen, die bei den zum Teil unbotmäßigen Völ-kerschaften auf erhebliche Schwierigkeiten stoßenwürde. Die Erfahrungen der provisorischen Regie-rung würden der späteren, die man keineswegs, wieGraf Berchtold anzunehmen schiene, ins Reich derfrommen Wünsche verweisen wolle, dann zugutekommen. Außerdem habe man sich ja über die Be-rufung einer Gendarmerie aus einem neutralen Staategeeinigt, was den österreichischen Wünschen ent-spreche.

Ich möchte anheimgeben, in Wien in dem Sinnezu wirken, daß man sich dort damit begnüge, daß zu-nächst eine Verständigung über die grundsätzlicheBerufung eines Fürsten erzielt werde, aber aus prak-tischen Erwägungen darin einwillige, daß neben dersofortigen Berufung einer ausländischen Gendarmerieeine provisorische vorbereitende Regierung etwa imSinne der letzten Vorschläge des Herrn Cambon ge-bildet werde. Es wäre dies insofern ein Zugeständnis,als Frankreich bisher die Berufung eines Fürsten über-haupt nicht bestimmt in Aussicht stellen wollte.

In der Anlage erlaube ich mir eine Abschrift einesvon Sir Edward Grey mir übergebenen Telegrammesan den britischen Vertreter nach Wien beizufügen.

Dasselbe enthält auch einen Hinweis auf denStreit um die südalbanische Grenze. Sir Edward Grey schlägt vor, daß Graf Berchtold angeben soll, unterwelchen Bedingungen er in die Bildung einer Kom-

10