Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
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mission willigen würde, die an Ort und Stelle überdie Abgrenzung Vorschläge zu machen hätte. Ich ver-fehlte nicht, ihn darauf aufmerksam zu machen, daßGraf Berchtold sich jedenfalls nur unter Voraus-setzungen darauf einlassen würde, die es der Gegen-partei erschweren würden, alsdann zuzustimmen. DerMinister schien jedoch alle Hoffnungen nicht ganz auf-gegeben zu haben, was darauf schließen läßt, daßFrankreich unter Umständen den österreichischenWünschen gegenüber nachgiebiger sein könnte, als esbisher den Anschein hatte. Mit einem bestimmtenAbgrenzungsvorschlage will er danach nicht hervor-treten, sagte auch nicht, wie weit Frankreich gehenwolle, sondern nur, daß viel von Koriza und Argyro-castron gesprochen worden sei, und daß es für ihnschwer wäre, sich von hier aus ein gerechtes Urteilüber die dortigen Verhältnisse zu bilden.

Schließlich erwähnte der Minister noch die Schwie-rigkeiten, die für die Pariser Finanzberatung entstehenkönnten, falls der Krieg zwischen den Verbündetenausbräche. Es sei nicht gut angängig, daß die Verbün-deten sich daran beteiligten, während sie miteinanderKrieg führten. Es bliebe dann nur übrig, daß dieMächte ohne die Verbündeten mit der Türkei zu-sammen die Beratungen fortsetzten. T . , ,

& Lxchnowsky.

AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG

London, 1. 7. 1913

B ei der heutigen Sitzung waren mein russischer undösterreichisch-ungarischer Kollege in der Lage, unsdie früher in Aussicht gestellte Vereinbarung über dieAuslegung einiger fraglicher Punkte betreffend diekünftige serbische Bahn nach der Adria zu unter-

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