treffenden Maßnahmen den Zweck haben sollen, dieFreiheit der Religionsausübung und der Lehrtätigkeit,den Schutz der Kirchen, Klöster, Moscheen, Schulenund religiösen Einrichtungen jeder Art, sowie dieEigentumsrechte gegen aus dem Krieg entstehende undihrer Natur nach sie verletzende Handlungen zugarantieren."
Graf Mensdorff erklärte, sich hierüber nicht aus-sprechen zu können, und wollte an seine Regierungberichten, während Graf Benckendorff wie Sir EdwardGrey und die übrigen Kollegen sich für diese Lösungaussprachen. Auch ich hatte diesen Ausweg befür-wortet als geeignetes Mittel, um allen Bedenken ge-recht zu werden.
Sodann brachte Graf Mensdorff die Beschwerdeseiner Regierung über die Besetzung des Ljuma-gebietes durch serbische Truppen und die von ihnenvorgenommenen Übergriffe zur Sprache. Es wurdebeschlossen, gleichzeitig mit der bevorstehen-den Kundgebung über die Eisenbahn in Belgrad Vor-stellungen im Sinne der österreichischen Anregung zu
erheben. T . . ,
Lichnowsky.
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
B ei der heutigen Unterredung berührte Sir EdwardGrey auch die albanische Frage und unsere Bot-schaftervereinigung. Graf Berchtold habe den Wunschausgesprochen, daß wir noch vor den Sommerferiendie endgültige Verfassung Albaniens festsetzen soll-ten. Dies sei, so meinte Sir Edward, vollkommen un-möglich. Denn länger als Ende Juni werde er aufkeinen Fall hier bleiben. Er sei infolge eines sehr an-strengenden Winters erholungsbedürftig und wolle
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