Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
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beiden französischen Politikern die Zusage erhalten,daß auch Frankreich mit allen Kräften diese Politikunterstützen wolle. Der englische Minister leitete dasGespräch auf die besten Mittel zur Stützung der Tür-kei über und bezeichnete, wie er dies auch im Parla-ment getan, bessere Justiz und gesunde Finanzen alsdie zwei wichtigsten Erfordernisse. Anschließend da-ran erklärte er ausdrücklich, er könne einer Kriegs-entschädigung an die Balkanmächte nicht zustimmen.

Nach einer Äußerung Pichons scheint dieser überdie ausgesprochene Stellungnahme Sir Edward Greyseher erfreut gewesen zu sein, da er selbst im Interessedes französischen Kapitals der Kriegsentschädigungablehnend gegenüberstehe, bisher aber aus Rücksichtauf russische Wünsche diesen Standpunkt nicht zurGeltung gebracht habe. Sir Edward Greys ausgeprägteStellungnahme werde es ihm erleichtern, zuweit-gehenden russischen Wünschen sich zu versagen.

Ich habe den Eindruck, daß Sir Edward Grey in

der Frage der Kriegsentschädigung durchaus fest

bleiben wird, so daß wir in dieser Angelegenheit auf

eine Unterstützung des deutschen Standpunktes durch

England rechnen können. x . , ,

Lichnowsky.

AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG

London, 21. 2. 1914

O bwohl von Zeit zu Zeit Meldungen durch diePresse gehen, wonach die italienisch-englischenVerhandlungen über die Ausbreitungspläne Italiens im Hinterlande von Adalia befriedigende Fortschrittemachen sollen, wird mir von vertrauenswürdiger eng-lischer Seite mitgeteilt, daß von solchen Fortschrittennicht die Rede sei, da die Italiener sich noch immernicht hätten entschließen können, klar auszusprechen,

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