Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
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was sie eigentlich wollten. Es scheine sich um den ge-planten Bau einer Bahnlinie von Adalia bis Burdur zuhandeln. Nach dem Urteil des Generaldirektors derSmyrna-Aidin-Bahn ist ein solcher Bahnbau technischmöglich, würde aber große Schwierigkeiten bieten undohne bedeutende Bürgschaften undurchführbar sein.Die Türken haben bei der genannten englischenBahn vertraulich angefragt, ob sie selbst geneigt wäre,den Bahnbau zu übernehmen, Englischerseits ist mangeneigt, dies für eine türkische Finte zu halten, umspäter gegenüber den zweifellos vorhandenen Vor-rechten der englischen Linie geltend zu machen, dieSmyrna-Aidin-Bahn habe den Bau abgelehnt. Die Her-stellung eines einigermaßen brauchbaren Hafens inAdalia würde nach einem Gutachten der englischenAdmiralität keinesfalls unter 50000 000 M. kosten,bei einigermaßen guter Ausführung aber erheblichmehr. Man neigt englischerseits daher zur Auffassung,daß der ganze Adaliaplan nicht wirklich ernst sei,sondern nur dem Bestreben entspringe, Rechte zu er-werben, die sich unter Umständen später zur Be-gründung politischer Ansprüche auf eine Einflußzoneverwerten ließen. Die englische Admiralität ist derAnsicht, daß Makri der einzige Punkt an jener Küstesei, wo sich mit nicht allzu großen Kosten ein guterHafen herstellen ließe. Es besteht daher die Vermu-tung, daß Italien versuchen werde, seine Hand aufdiesen Hafen zu legen, tun erforderlichenfalls von hieraus mit einer Bahn nach dem Hinterland bei Burdur vorzustoßen. Dies sind aber nur Vermutungen. Nachder Ansicht der beiden gegenwärtig hier weilendenVertreter der Deutschen Bank-Interessen wäre eineLinie von Adalia nach Burdur vorzüglich der Smyrna-Aidin-Bahn abträglich, weiterhin aber auch unsereneigenen Interessen, da bei der Kürze der Linie bis zum

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