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lieh wäre, daß wir und Frankreich uns im Falle einesrussischen Krieges bewaffnet gegenüberstehen blieben,ohne uns anzugreifen. Ich fragte ihn, ob er in der Lagewäre, mir zu erklären, daß Frankreich auf einen der-artigen Pakt eingehen würde. Da wir weder Frank-reich zerstören, noch Gebietsteile erobern wollten,könnte ich mir denken, daß wir uns auf ein derartigesAbkommen einlassen würden, das uns die NeutralitätGroßbritanniens sichere.
Der Minister sagte, er wolle sich erkundigen, ver-kannte auch nicht die Schwierigkeiten, beiderseits dasMilitär in Untätigkeit zurückzuhalten.
Mein Gesamteindruck ist der, daß man hier, wennirgend möglich, aus dem Kriege herausbleiben möchte,daß aber die vom Herrn Staatssekretär dem SirE. Goschen erteilte Antwort über die Neutralität Bel-giens einen ungünstigen Eindruck gemacht hat.
DER REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLL WEG AN DENBOTSCHAFTER IN LONDON , FÜRSTEN VON LICHNOWSKY
Berlin, 1. 8. 1914
S oeben meldet Paris, daß Frankreich heute Nach-mittag 5 Uhr, also genau zu derselben Stunde undMinute wie wir, mobilisiert hat. Wir können Zusage,daß wir französische Grenze bis Montag nachmittag7 Uhr nicht überschreiten werden, natürlich nur unterBedingung aufrechterhalten, daß auch Frankreich unsere Grenze strengstens respektiert.
Bethmann Hollweg.
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