Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
196
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Die Entwicklung der Frachtdampfer war im wesentlichenbedingt durch die zunehmenden Ansprüche, die die Güter-beförderung stellte. Die Umwandlung Deutschlands vom Agrar-staat zum Industriestaat bedingte die Einfuhr großer MengenLebensmittel und Rohmaterialien. Hinzu kam die gewaltigeEntwicklung der deutschen Schwerindustrie und ihr wachsenderExport großer Mengen von Eisenfabrikaten und Maschinen.In den 90er Jahren erreichte der Getreideexport Nordamerikas seine Höhe; als er infolge des steigenden Verbrauchs imeigenen Lande abnahm, bot einen Ersatz der riesige Exportvon Futtergetreide, Baumwolle, Fetten, Glen und Fleisch-fabrikaten, Südamerika exportierte zunehmende Mengen vonGetreide, Wolle, Häuten, von Kaffee und Tabak, aus demfernen Gsten kamen Reis, Tee, Saaten, Kopra, Gle, schließlichin großen Mengen die so bekannt gewordene Loyabohne, unddie afrikanischen Kolonien sandten immer wachsende Mengenvon Hölzern, Erzen, Palmkernen, Wolle usw. Ihrerseitswieder bezogen alle diese Gebiete immer größere Mengen vonFabrikaten und von Material zum Ausbau ihrer Verkehrs-mittel und ihrer Industrie; alles das machte es nötig, dieFrachtdampfer ständig zu vergrößern. Im Verkehr nach demamerikanischen Kontinent war man dabei wenig behindert, dadie meisten Häfen dem Tiefgang keine Grenzen setzten. ImVerkehr nach dem Gsten taten das bis zu einem gewissenGrade die Abmessungen des Luezkanals, der allerdings mitden Jahren erheblich und zwar 1908 auf 27, 1912 auf 29,1914 auf zo Fuß vertieft wurde.