Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
283
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Pool" im Jahre 1908, oder von Abmachungen mit anderendeutschen Reedereien und dergleichen; ebenso berichtete er überLage und Stimmung im Auslande, wenn er bei seinen Reisenwichtige Symptome, namentlich auch politischer Art, feststellte.

Eine besonders fürsorgende Form nahm die kaiserlicheTeilnahme im Jahre 1904 an. Ballin hatte in der voraus-gegangenen Zeit unter lange anhaltenden starken Nerven-schmerzen gelitten, die nach den verschiedensten ärztlichen Ver-suchen eine dauernde Linderung erst erfuhren, als der Patient indie Hände des berühmten »Bismarckarztes", GeheimratZchweninger, kam, der ihn, nach Ballins Aussage, mitrührender Fürsorge und großem Erfolge behandelte. Für denfür Arzt und Umgebung nicht gerade bequemen Patienten warallerdings Lchweninger mit seiner energisch zugreifenden Artwohl in hervorragenden: Maße der geeignete Arzt.

»Bereits im Januar 1934", heißt es in den Ballin'sihen Auf-zeichnungen, »hatte mich der Kaiser telegraphisch zur Teilnahme amGrdensfeste in Berlin einladen lassen und hatte bei der daran sichschließenden Cour eine längere Unterredung mit mir, welche darin gipfelte,daß der Kaiser in hohem Grade besorgt war über meine Gesundheit.Gffenbar hatte ihm sein Leibarzt, Exzellenz Leuthold, ungünstig übermeinen Gesundheitszustand berichtet. Der Kaiser sagte mir, daß er esnicht länger ansehen könne, wie ich so ganz ohne genügende Hilfe undohne jemanden, der einmal meine Stellung übernehmen könne, odermich doch jetzt bei längerer Abwesenheit vertrete, wäre. Dieser Zustandmache ihm große Sorgen und er müsse, schon nn nationalen Interesse,sich mit der Frage beschäftigen, da er sich nicht der Gefahr aussetzenkönne, wie im Falle Krupp, daß ein so großes Unternehmen ohne ge-nügende Leitung einmal dastehe. Er wisse, daß von allen Männernin seiner Umgebung Herr v. Grumme mir am besten gefiele, und ich