Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
284
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eine hohe Meinung von Grumme hätte. Auch für ihn sei Grummeder beste Mann, den er je um sich gehabt habe, und den er infolge-dessen nur schwer ersetzen könne. Trotzdem sei er bereit, Grumme zubeeinflussen, in die Dienste der Hamburg-Amerika Linie überzutreten,wenn ich ihm bestätigen wolle, daß ich darin eine Lösung der von ihmbesprochenen Fragen erblickte, und daß mir diese Lösung eine durchausangenehme und sympathische sei. Er brächte dieses Gpser gern, weiler überzeugt sei, daß durch diese Arbeitsentlastung meine Gesundheitbald wieder hergestellt sein würde, und ich dem Kaiser und dem Reichdadurch noch lange würde dienen können- 2ch versicherte dem Kaisermit meinem lebhaftesten Danke, - keine Lösung mir angenehmersein könne als die von ihm ins Nuge gefaßte, und daß ich ihn nur bittenkönne, wenn er wirklich dieses Gpser bringen wolle, mit Grumme überdie Angelegenheit zu sprechen. Der Kaiser hat dann noch an demselbenAbend Grumme holen lassen, der sich sogleich bereit erklärte, zu unsüberzutreten, wenn es der Wunsch des Kaisers sei."

Bei dem Interesse des Kaisers für die Entwicklung derHandelsflotte spielte natürlich auch die Flotten politik undder Ausbau der Kriegsflotte eine große Rolle. Waren dochHandelsflotte und Leeinteressen für den Kaiser jedenfalls daswirkliche Motiv der Flottenpolitik, ebenso wie sie für dieTirpitz-Politik ein wertvolles Propagandamittel waren. Imersten Stadium dieser, damals noch sehr gemäßigten Flotten-politik und Flottenpropaganda hat Ballin nach seinen eigenenÄußerungen mir gegenüber eine sehr aktive Rolle gespielt.Es war in der Zeit, als die bekannte, seitdem jährlich er-schienene Publikation des Reichsmarineamts, derNautilus",zu erscheinen begann, und eine sehr intensive journalistischePropaganda für die Flotte und für die Leeinteressen inDeutschland entwickelt wurde. Es ist erfahrungsgemäß schwer.