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Kasuistik mit der „reservstio mentglis", im kritischen Moment, wennes ihnen nicht passe, nicht eingreifen zu wollen, weil ein Bündnisfallvoraussichtlich in dem Abkommen nicht vorgesehen sei. Jedenfalls aberwürde das Abkommen doch das Resultat haben, die aggressive TendenzRußlands ganz wesentlich zu ermutigen. Für uns wäre dann an eineweitere Annäherung an England nicht mehr zu denken. Darum seies sehr wichtig, noch einmal den Versuch zu machen, die Zache zumScheitern zu bringen. Sein Gedanke sei nun, ob Ballin vielleicht durchseine vielfachen intimen Beziehungen zu maßgebenden Engländern einenWarnruf über den Kanal gelangen lassen könnte. Es folgten dannnoch einige Ratschläge, wie am besten eine solche Anfrage in England zu stilisieren sei, und am Schluß wurde die Sache als sehr eilig be-zeichnet. in einer Nachschrift vom 16. Juli dann noch hinzugefügt, daßein neuer Artikel im „Berliner Tageblatt" erschienen sei, wonach dieGewährsmänner des Verfassers die Dinge doch auch ernst aufzufassenschienen.
Bassin beschränkte sich nicht darauf, im Besitze dieses Briefesetwa nur eine schriftliche Anfrage nach London zu richten,sondern unterbrach seine Kur und reiste zwecks weiterer Rück-sprache und, um sich über die politische Lage zu unterrichten,nach Berlin. Dort erfuhr er, daß Österreich wegen der serbischenAngelegenheit eine sehr scharfe Note an Serbien zu richtenbeabsichtige, und daß man darauf eine von Rußland diktierteAntwort erwarte. Übrigens wünschte man nicht nur über diein dem Brief besonders erwähnte Frage sich in London zuunterrichten, sondern über die ganze Stimmung dort überhaupt,da man die Berichterstattung durch den deutschen Botschafternicht für vollständig und zuverlässig genug betrachtete. Mehrwurde Bassin nicht mitgeteilt, und wenn man heute, nachdemso vieles über die Handhabung der politischen Geschäfte in