X.
Der Krieg.
Um die Mitte des Monats Juli 1914 befand sich Ballinzur Kur in Bad Kifsingen. Dort empfing er einen Brief desStaatssekretärs von Jagow, der ihn veranlaßte, seine Kursofort zu unterbrechen und nach Berlin zu reisen. Der Briefwar datiert vom 15. Juli und besagte ungefähr folgendes:
Das „Berliner Tageblatt" habe Veröffentlichungen über Ab-machungen zwischen England und Rußland gebracht, die sich auf Marine-sragen bezögen. Das Auswärtige Amt habe diesen Nachrichten keinenrechten Glauben geschenkt, weil sie auch zu sehr im Widerspruch zuunseren scheinbar gebesserten Beziehungen zu England und zur Ab-neigung der englischen Politik gegen derartige Bindungen zu stehenHirnen. Man sei der Lache aber nachgegangen und habe durch sehrgeheime (Quellen feststellen können, daß doch eine tatsächliche Unterlagefür diese Gerüchte vorhanden sei. Auch Erey habe Lichnowsky gegen-über die Lache nicht ganz in Abrede gestellt. Es werde tatsächlichzwischen London und Petersburg über ein Marineabkommen verhandelt,bei dem von russischer Leite eine weitgehende Zusammenarbeit erstrebtwürde. Zum Abschluß seien die Verhandlungen trotz russischen Drängensnoch nicht gelangt. Erey sei etwas zögernd geworden, werde sich aberschließlich wohl doch dem Abschluß nicht widersetzen und sich vor sichselber damit ausreden, daß die Verhandlungen nicht eigentlich zwischenden Kabinetten, sondern zwischen den Marinebehörden geführt würden.Vielleicht verhandelten auch die Engländer mit der ihnen eigenen