Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
42
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IV.

DerPool".

Unter Pool versteht man im Englischen bekanntlich mancherlei,aber es ist wohl immer dasselbe Ding in verschiedener Form,sei es beim Wetten, sei es im Geschäft; es ist, kurz gesagt, einGemeinschaftsgeschäst verschiedener Partner, wobei der Gewinnnach im voraus festgestellten Grundsätzen verteilt wird. Ge-schäftlich betrachtet ist es eine Interessengemeinschaft mit be-stimmten Gewinnanteilen. Wo diese Form zuerst angewandtworden ist, habe ich nicht feststellen können. Bevor dietransatlantischen Dampferlinien dazu übergingen, soll siebereits im amerikanischen Eisenbahnwesen angewandt wordensein, und zwar von den sogenannten »Trunk-Linien", den großenLtammlinien des amerikanischen Eisenbahnnetzes, für den nachdem Westen gehenden Einwandererverkehr, vielleicht auch fürandere Zweige.

Zur Zeit, als das Ballinsche Promemoria vom Z. Febr.1886 verfaßt wurde, muß es auch den Dampferlinien bereitsvertraut gewesen sein, denn die Denkschrift setzt es als etwasBekanntes voraus. Lie beginnt mit der Feststellung, daß diesogenannte »Konferenz der nordeuropäischen Linien" als ge-fallen zu betrachten sei angesichts der sich diametral gegenüberstehenden Ansprüche zweier Parteien. Während der Nord-deutsche Lloyd eine Herabsetzung seiner Preise haben wolle,verlange die Antwerpener Linie, daß er sie erhöhe, damit sieeine bessere Differenzrate für sich erziele. An einen Ausgleich