Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
319
Einzelbild herunterladen
 

annehmen, daß auch hier wieder der Admiralstab die Erlaubnis versagenoder doch so spät erteilen wird, daß dieser Verkauf nicht mehr möglich ist.

Euere Exzellenz werden sich sicherlich darüber klar sein, daß die alleanderen großen Gesichtspunkte außer acht lassenden Verfügungen desAdmiralstabes Deutschland eine Kriegserklärung nach der anderen ge-waltsam eingetragen haben, denn angesichts der Lchiffsraumnot, welcheunsere englischen und anderen Feinde offenbar in kluger Berechnungfür die noch neutral gebliebenen Ltaaten herbeiführen, zwingen siediese Ltaaten eben dieser Lchiffsraumnot wegen zum Kriegegegen uns, weil bei uns eine Behörde ausschlaggebend ist, die sich derEinsicht der wirtschaftlichen und politischen Folgen beklagenswerter-weise verschließt.

Als wir vor Zahr und Tag, zu einer Zeit, als von einem unein-geschränkten Ubootkrieg noch nicht die Rede war, Gelegenheit hatten,mit dem sogenannten belgischenKeliek Lommittee" einen Vertragzu machen, der es uns ermöglicht hätte, nach und nach unsere Lchiffeaus den amerikanischen Häfen heraus- und unter der Flagge desbelgischen Hilfskomitees nach Rotterdam zu bringen, war es auch derAdmiralstab, der die Ausführung dieses Vertrages unmöglich machte,weil er unverständlicherweise die Genehmigung nur für drei Lchiffeerteilen wollte, trotzdem England die ganze Liste unserer in Amerika liegenden, etwa 250000 Tons repräsentierenden Lchiffe genehmigt undmit seinen Bundesgenossen schriftlich die Erklärung abgegeben hatte,daß diese Lchiffe unangetastet bleiben sollten, solange sie für die Zweckeder Versorgung Belgiens benutzt würden. Nichts hätte uns, wie ichdamals mir erlaubte, dem Herrn Vertreter des Admiralstabes, HerrnKapitän zur Lee Grashoff, zu sagen, gehindert, die Lchiffe nach voll-endeter Arbeit in Rotterdam liegen zu lassen, von wo sie, wie die Tat-sachen es inzwischen erwiesen haben, ungefährdet nach Hamburg hättengebracht werden können.

Ich gestatte mir in aller Ehrerbietung an Euere Exzellenz die Fragezu richten, ob gegen eine derartige, durchaus vermeidbare Jertrümme-