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F. Laeisz in ihren drei „Dynasten", dem Begründer F. Laeisz ,seinem Lohn Carl und seinem Enkel C. Ferdinand, hat allegrößeren Hamburgischen, in Gesellschaftsform gekleideten Ree-dereien aus der Taufe gehoben und nicht zum wenigsten durchdie Kraft und Fülle ihrer Autorität durch schwere Jugend-und Entwicklungsjahre hindurch geleitet. Ihre soliden Grund-sätze dabei, die für den Aktionär zeitweilig recht unerfreulich,für die Unternehmungen aber von unübertrefflicher Güte waren,kennzeichnet nichts besser als die oft erzählte Geschichte vondem Aktionär, der zu Carl Laeisz kam, um sich darüber zu be-klagen, daß die Hamburg -Lüdamerikanische D.G. keine Divi-dende verteile. „Zweck der Gesellschaft ist Schiffahrt zu treibenund nicht Dividende zu verteilen", war die grobe und treffendeAntwort. An Urwüchsigkeit ließen Carl Laeisz ' Worte undTaten nichts zu wünschen übrig, aber ebenso wie sein leiderzu früh verstorbener, hochbedeutender Lohn, der zu den seltenenwirklich nie ersetzten Menschen gehörte, hat er sich um die Be-gründung und Ausziehung vieler hamburgischer Unternehmen,ja ganzer Geschäftszweige, ungewöhnlich große Verdienste er-worben. Welcher Vertrauensbeweis lag darin, daß, als diePacketfahrt 1888 — zwei Jahre nach Ballins Eintritt —eine Erhöhung ihres Kapitals von 20 auf 25 Millionen Markbeantragte, Carl Laeisz der Direktion im Vorwege mitteilte,er werde in der Generalversammlung eine Erhöhung um 10Millionen Mark beantragen, die dann auch einstimmig be-schlossen wurde. Wer Carl Laeisz gekannt oder von ihm ge-hört hat, wird auch die Bedeutung einer Einführung beurteilenkönnen, die er 1898 auf eine Visitenkarte Ballins für den
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