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waren. Im Gegenteil, sein realer Linn erkannte die schwächender Position Hamburg's sehr wohl. Lo die finanzpolitische. Dermit schweren Mühen von Preußen errungene sogenannteKöhlbrand-Vertrag, der den langen Zwist um die Zufahrt nachHarburg und die trotzdem zu ermöglichende Korrektion derUnterelbe erledigte, legte Hamburg gewaltige finanzielle Lastenauf, zumal die preußischen Lokalbehörden an der Unterelbe ausdieser Regulierung und ihren Rückwirkungen auf die Elbuferauch noch soviel Vorteil wie möglich für die einzelnen Ufer-anlieger herauszuholen suchten, daß man wohl bezweifelnkonnte, daß Hamburg diese Lasten werde tragen können. Inmancher Unterhaltung darüber äußerte Ballin die gewiß alsvorurteilsfrei zu bezeichnende Ansicht, daß für Hamburg nichtsBesseres zu erdenken sei als eine Einverleibung in Preußen .Preußen sei doch einmal sein Hinterland, mit dem es durchNatur zusammengehöre, und Hamburg als preußische Stadtwerde ein Juwel in der Krone Preußens sein und spielendalles erreichen, was Preußen ihm aus preußischer Politikheraus versage oder zu erreichen so schwer mache. In seinerIsolierung aber sei es auf die Dauer nicht lebensfähig, sichernicht mehr, wenn der Zunehmende Verkehr noch größere An-sprüchestelle an Raum und finanzielle Leistungsfähigkeit. Dannwerde sich die unnatürliche, durch die politische Entwicklunggeschaffene Zerreißung des „Elbe-Delta" in ihrer ganzen Trag-weite fühlbar machen, letzten Endes Zum Schaden des Reiches,für dessen Gesamtheit Hainburg doch nun einmal das Einfallstorsei. Das sind dieselben Erwägungen, die dem heute vertretenen„Groß-Hamburg-Gedanken" Zugrunde liegen, nur daß damals
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