Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
83
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Lieder.

Der bescheidene Wunsch.

Der Pfennig, den man AndachtsvollDem Priester beichtend geben soll,Gilt mehr als im gemeinen LebenEin Pfennig, den wir Iro geben.Die Klügsten müssen durch DncatcnDen Sinn des kleinen Worts errathen.Man nehm es nicht buchstäblich an,Der Buchstab bringet Tod und Bann.

Ach! schenkte mir mein lieber GottNur einst mein liebes Bißchen Brod;Ich wolte mich begnügen lasse»Und keinen Reichen neidisch hassen."O, das ist Staren leicht zu sage»,Doch, wolt ihr eine Wette wagen,Star schliesset Fische, Braten, WeinMit in den Wunsch des Brodes ein.

O Liebste! machet dir mein MundDen heisst» Wunsch nach Küssen kund,So wisse, daß ich mehr begehretAls dir mein scheuer Mund erkläret.Ein Knß bey mir ist - - Soll ichs sagen ?Doch still! Du wilst mich heimlich fragen.Komm! jener Lustwald ruft dir zu:O Mägdchcn! was du thun wilst, thu!

Das Schäferleben.

Komm Freund! wir wollen Schäfer werden.

Dieß stille Volk besitzet noch

Die süssc Ruh, das Glück der Erde ».

Was zauderst du? Komm Freund! komm doch

Dort blüht bei aufgeräumten SinnenNoch alte Treu und Redlichkeit,Auch in den schönsten Schäferinnen.Dort, dort ist noch die gnldnc Zeit.