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1 (1838)
Entstehung
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127
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und Erzählungen.

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Was scherzst du »och voll Furcht? - - Ihr Freunde, gebt doch acht;

Doch bitt ich, zwinget euch, daß ihr nicht drüber lacht. . . .

Ja! das ist Pein - - o stürb ich doch! - -

Komm Tod! komm doch - - du zauderst noch?

Jedoch hier mag ich wohl nicht allznsicher liegen?

Ich habe ja einmal gehört,

Wie die Erfahrung oft gelehrt,

Daß Donner gern in Eiche» schlügen.

O machtc mir ein Lorbeerbaum

Doch unter seinen Acstcn Raum.

O weh! wie schmerzt das Bein! Erbarm dich doch o Tod!Jedoch dort schlug es ein - - Nun ists die höchste Noth,Soll mich das Wetter nicht verletzen,Mich schnell i»-Sicherheit zu setzen!"Geh! dummer Wandrer, geh! such einen sichern Ort;Und wünsche bald den Tod; bald wünsch ihn wieder fort.Mich soll dein Wankclmnth der Menschen Jaghcit lehren,Muß ich sie so, wie dich, verwegen wünschen hören.Glaubt, Freunde, glaubet mir! der ist ein weiser Mann,Der zwar das Leben liebt, doch muthig sterben kann!

L. a. C.

Freye Ucbcrsctzuiig einer Erzählung aus dem Fontaine,im l. Theile. 157. S.

Die kranke Pulchcria.

Pulchcria ward krank____Vielleicht die Lust zu büßen,

Die ..." Pfuv, wer wird nun gleich so voller Argwohn scvn?Schweigt, Neider! hört mir zn! ich lenke wieder ein.Pulchcria ward krank. Unruhig im Gewissen,Ließ ihr der Schmerz manchmal, die Schwcrmuth niemals Ruh.Wie? Was? Pulchcria wär melancholisch worden?Sprich, Lügner, lieber gar, sie trat in Nonncnordcn."Schon wieder stört ihr mich? Schweigt doch, und hört mir zu!Als sie einst ihre Noth zu lauten Seufzern trieb,Sprach Ladv, ihre Magd:Laßt doch den Priester holen,Legt dem die Beichte ab, so scvd ihr Gott empfohlen;Und beichten müsset ihr, ist euch der Himmel lieb."Ja dieser Rath ist gut, spricht unsre kranke Schöne,