Drittes Buch. 155
Der Mann war voller Freuden. „Du verdienest diese Zicr-„ralhcn, mein lieber Bogen!" — Zudem will er ihn versuchen;er spannt, und der Bogen — zerbricht.
2. Die Nachtigall und die Lerche.
Was soll man zu den Dichtern sagen, die so gern ihrenFlug weit über alle Fassung des größten Theiles ihrer Lesernehmen? Was sonst, als was die Nachtigall einst zu der Lerchesagte: Schwingst du dich, Freundin, nur darum so hoch, umnicht gehört zu werden?
Ein ehrlicher Greis trug des Tages Last und Hitze, sein Feldmit eigner Hand zu Pflüge», und mit eigner Hand den reinenSaamcn in den lockern Schooß der willigen Erde zu streuen.
Auf einmal stand unter dem breiten Schatten einer Lindeeine göttliche Erscheinung vor ihm da! Der Greis stutzte.
Ich bin Salomo : sagte mit vertraulicher Stimme das Phan-tom. Was machst du hier, Alter?
Wenn du Salomo bist, versetzte der Alte, wie kannst dufragen? Du schicktest mich in meiner Jugend zu der Ameise;ich sahe ihren Wandel, und lernte von ihr fleißig seyn, undsammeln. Was ich da lernte, das thue ich noch. —
Du hast deine Lcction nur halb gclcrnct: versetzte der Geist.Geh noch einmal hin zur Ameise, und lerne nun auch von ihrin dem Winter deiner Zahrc ruhen, lind des Gesammeltengenießen.
4. Das Geschenk der Fcycn.
Zu der Wiege eines jungen Prinzen, der in der Folge einerder größten Regenten seines Landes ward, traten zwey wohl-thätige Fcycn.
Ich schenke diesem meinem Lieblinge, sagte die eine, denscharfsichtigen Blick des Adlers, dem in seinem weiten Reicheauch die kleinste Mücke nicht entgeht.