Fabeln.
Da6 Geschenk ist schön: unterbrach sie die zweyte Fcyc.Der Prinz wird ein einsichtsvoller Monarch werden. Aber derAdler besitzt nicht allein Scharfsichtigst, die kleinsten Mückenzn bemerken; er besitzt auch edle Verachtung, ihnen nicht nach-zujagen. Und diese nehme der Prinz von mir zum Geschenk!
Ich danke dir, Schwester, für diese weise Einschränkung:versetzte die erste Fcyc. Es ist wahr; viclc würden weit grö-ßere Könige gewesen seyn, wenn sie sich weniger mit ihremdurchdringenden Verstände bis zu den kleinsten Angelegenheitenhatten erniedrigen wollen.
6. Das Schaf und die Schwalbe.
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Eine Schwalbe flog auf ein Schaf, ihm ein wenig Wolle,für ihr Nest, auszurupfen. Das Schaf sprang unwillig hinund wieder. Wie bist du denn nur gegen mich so karg? sagtedie Schwalbe. Dem Hirten erlaubest du, daß er dich deinerWolle über und über entblößen darf; und mir verweigerst dueine kleine Flocke. Woher kömmt das?
Das kömmt daher, antwortete das Schaf, weil du mirmeine Wolle nicht mit eben so guter Art zu nehmen weißt, alsder Hirte.
K. Der Rabe.
Der Rabe bemerkte, daß der Adler ganze dreyßig Tageüber seine» Eyern brütete. Und daher kömmt es, ohne Zweifel,sprach er, daß die Zungen des Adlers so allschcnd und starkwerden. Gut! das will ich auch thun.
Und seitdem brütet der Rabe wirklich ganze dreyßig Tageüber seinen Eyern; aber noch hat er nichts, als elende Rabenausgebrütet.