Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

'

F r a g in e n t e.

1753.

Hvnu)^

Aus einem Gedichte über die menschliche Glückseligkeit.

Ä)ie kömmt es, daß ein Geist, der nichts als Glauben haßt,

Und nichts als Gründe liebt, den Schatten oft umfaßt,

Wen» er die Wahrheit denkt in sichern Arm zu schlicsscn.

Daß ihm zum Anstoß wird, was alle Kinder wissen?

Wer lehrt mich, vbs an ihm, obs an der Wahrheit liegt?

Verführet er sich selbst? Ist fies, die ihn bekriegt?

Vielleicht hat beydes Grund, und wir sind nur erschaffen.

Anstatt sie einzuschn, bewundernd zu begaffen.

Sie, die der Dirne gleicht, die ihre Schönheit kennt,

Und jeden an sich lockt, und doch vor jedem rennt.

Auch dem, der sie verfolgt, und fleht und schenkt und schwöret,

Wird kaum ein Blick gegönnt, nud wird nur halb gehöret.

Verzweifelnd nnd verliebt wünscht sie die Welt zu sehn;

Stürzt jeden in Gefahr, um keinem beyzustehn.

Ein Zweifler mahle sich ihr Bild in diesen Zügen!

Rein, sie bctricgt uns nie! - - - Wir sinds, die uns bekriegen.

Ein Geist, der ans dem Pfad, den man vor ihm gegangen,Nicht weiter komme» kann, als tausend mitgelangen,Verliert sich i» der Meng, die kein Verdienst besitzt,Als daß sie redlich glaubt, nnd was sie weis, beschützt.