170 Fragmente.
Doch der, der sich nicht selbst zu denken >M erkühnen,Der fremdes Wissen nutzt, dein andrer Angcn dienen,Folgt kläglicher der Meng als einem Sonderling - - -
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Gnug, wer Gott leugnen kann, muß sich auch leugnen können.Bin ich, so ist auch Gott, Er ist von mir zu trennen,Ich aber nicht von ihm. Er wär, wär ich auch nicht;Und ich suhl was in mir, das für sein Daseyn spricht.Weh dem, der es nicht fühlt, und doch will glücklich werden,Gott aus dem Himmel treibt, und diesen sucht auf Erden!
Beklagenswürdge Welt, wenn dir ein Schöpfer fehlt,Des Weisheit nur das Wohl zum Zweck der Thaten wählt!Spielt mir ein Ungefehr mit mein und deinem Wesen,Ward ich nur, weil ich ward, und bist dn nicht erlesen;Was hält den feigen Arm, daß er beym kleinsten SchmerzZu seiner Rettung sich den Dolch nicht drückt ins Herz?Stirb, weil dein Leiden doch zu keiner Absicht zwecket,Und dich in Freud und Leid ein hämschcr Zufall necket,Der dich durch kurze Lust ruckweise nur erquickt,Daß dich der nächste Schmerz nicht unempfindlich drückt.Ein Weiser schätzt kein Spiel, wo nur der Fall regieret,Und Klugheit nichts gewinnt, und Dummheit nichts verlieret.Verlust ohn meine Schuld ist ein zu bittres Gift,Und Glück ergötzt mich nicht, das auch die Narren trift.Stirb, und verlaß die Welt, das Urbild solcher Spiele,Wo ich Pein ohne Schuld, und Lust mit Eckel fühle.Doch warum eifr' ich so? Gott ist, mein Glück steht fest,Das Wechsel, Schmerz und Zeit mir schmackhaft werden läßt.
Die Wahrheit wird manchmal in Fabeln gern gehört;So höre, was mich einst ein frommer Mönch gelehrt.Zur gütigen Natur kroch mit Verdruß und KlageDer Gärten flcißgcr Feind, der irrdfchc Feind vom Tage.„Natur, dem Maulwnrf nur warst du stiefmütterlich?„Für alle sorgtest du? und sorgtest nicht für mich?"