Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
172
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172 Fragmente.

Alls einem Gedichte an den Herrn Baron von Sp'".

Die Schule macht den Dichter? Nein.

Er, welchen die Natur zu ihrem Mahler wählet,

Und ihn, ein mehr als Mensch zu seyn,

Mit jenem Fcur beseelet,

Das leider mir! doch nicht von Sp ° ° fehlet;

Dem sie ein suhlend Herz und ein harmonisch Ohr,

Und einen Geist verlieh, dem Glück und Ehr und Thor

Nie marternd Mißvergnügen macht,

Wenn nur auf ihu die holde Muse lacht,

Die seinen cdlern Theil von dem Vergessen sparet,

Wofür kein Titel nicht, nicht Königsgnnst bewahret:

Ein solcher dringt hervor, wohin das Glück ihn stieß,

Das gern auch Dichter plagen wollte,

Ist minder das, was es ihn werden ließ,

Als was er werden sollte.

Und schon hat man gesehen,

Als zweyfach Adams Sohn, ihn hinterm Pfluge gehen.Als fauler Rinder Herr wagt er ein göttlich Lied,Das Musen vom Olymp, ihn aus dem Staube zieht;Er wirft den Zepter weg, den er mit Klatschen schwang,Singt schöner ungclehrt, als G ° ° mühsam sang.

Roch öftrer treibet ihn, für Mnscn nur geschaffen,

Ein neidisches Geschick zu ungeliebten Waffen,

Und läßt ihn, statt auf Pindus Höh,

Im wühlenden Gclerm des wilden Lagers schlafen.

Jedoch umsonst: sein rührend Rohr

Schweigt bey Carthauncn. nicht, und tönt Trommeten vor.

Sein Muth erstickt nicht seinen Witz;

Sein zärtliches Gefühl nicht Gier berühmt zu sterben;

Und die gcfaltnc Stirn, des Schreckens finstrer Sitz,

Vom Einfall aufgeklärt, wird kciucn Scherz verderbe».

Die Musen staunen sanft, bey Helden sich zu finden,

Die ihrer Lvrbcern Schmuck in Mavors Lorbcern winden.