176 Fragmente.
Was jedes Reich verbindt, wo jedes March sich schließt;Bald mit geübtem Blick den Menschen zn ergründen,Des Blutes Kreislauf sehn, sein festes Triebwerk finden:Dazu gehöret mehr, als wenn beym Glase WeinDer Dichter rnhig singt, besorgt mir um den Schein.
O Zeit, beglückte Zeit! wo gründlich seltne GeisterGott in der Crcatur, im Kunststück seinen Meister,Dem Spötter aufgedeckt, der blind sich und die WeltFür eine Glücksgebnrth des blinden Zufalls hält.Rühmt eure Dichter nur, ihr Väter alter Zeiten,Die Meister schönes Wahns, und kleiner Trcflichkeitcn,Durch die Gott und sein Dienst ein albern Mährlein ward,Vom Pöbel nur geglaubt, der Geister kleinsten Art.Die Wahrheit kam zu uns im Glanz herab geflogen,lind hat im Newton gern die Menschheit angezogen.Uns ziert ein Aldrovand, ein Rcaumur ziert u»S mehr,Als alle Musen cnch im einzigen Homer.Was großes ist es nun, sich einen Held erdenken,Und ihn mit eigner Kraft in schweres Unglück senken,Woraus ihn bald ein Gott, bald nnbcglaubtcr MuthMit großen Thaten reißt, die der Poete thut?Braucht nicht der Philosoph mehr Witz und stärkrc Sinnen,Der kleine Wunder sucht, bekannt mit Wurm und Spinnen?Dem keine Raupe kriecht, der Namen er nicht nennt,Und jeden Schmetterling vom ersten Ursprung kennt;Dem Fliegen nicht zu klein, noch Käfer zu geringe,Und in der Mücke sieht den Schöpfer aller Dinge;Dem jeder Sßigtropf wird eine neue Welt,Die eben der Gott schuf, und eben der Gott hält.Da sieht er Abcnthenr, die jener mir erfindet,Und ist des Staates knnd, den Bicn und Amcis gründet.Ja, wenn ein Molicr, der Tugend muntrer Freund,Der Spötter citeln Wahns, des Lächerlichen Feind,Auf Fehler mcrksam wird, und lernt aus hundert FällenDer Menschen trotzig Herz und trügrischcs Verstellen;Wenn seiner Spöttcrcy kein alter Hut entgeht,Und ihm das Laster nie zu hoch zur Strafe steht;