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1 (1838)
Entstehung
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Fragmente.

lind wie wir die Natur bey alten Weisen kennen,Ist sie ihr eigen Werk, nicht GottcS Werk zu nennen.Vergebens sucht man da des Schöpfers Majestät,Wo alles nach der Schnur verkehrter Grillen geht.Wird gleich die Faulheit noch die leichten Lügen ehren,Genug, wir sehen Gott in neuern klarern Lehren.StagirenS ehr ist jejt den Physikern ein Kind,Wies unsre Dichter noch bey alten Dichtern sind :c.

Anmerkung. Daß dieses Gedicht nicht ganz ist, und daß ich es an vielenOrten selbst nicht mehr verstehe, dieses habe ich dem verstorbnen HerrnProfessor Menz in Leipzig zu danken. Der Freund an den es gerichtetist, ließ es in ein physikalisches Wochenblatt einrücken/) Diese Ehrekam mir ein wenig theuer zu stehen. Herr Menz war Censor, undzum Unglücke einer von denen, welche vermöge dieses Amts das Rechtzu haben glauben, die Schriftsteller nach Belieben zu mißhandeln. Erhat unter andern den ganzen Schluß weggestrichen, worinnc man übergewisse, wenn Gott will physikalische, Kindercvcn lachte, in welchen derund jener Naturlchrcr alle seine Geschicklichkcit bestehen laßt.

An den Herrn Marpurg ,über die Regeln der Wissenschaften zum Vergnügen; besondersder Poesie und Tonkunst.

Der du, für dich und uns, der Töne Kräfte kennst,Der Kunst und der Natur ihr wahres Amt ernennst,Maaß, Gleichheit, Ordnung, Werth im Reich der Schalle lehrest,Denkst, wo man sonst nur fühlt, und mit der Seele hörest,Dein Ohr nicht kützeln laßt, wenn du nicht weißt, warum?Dem schwere Schönheit nur Lust bringt, und Meistern Ruhm;Freund, sprich, soll die Musik nicht alle Welt ergötzen?Soll sies; was darf man sie nach strengen Regeln schätzen?

Die grübelnde Vernunft dringt sicl, in alles ein.Und will, wo sie nicht herrscht, doch nicht entbehret seyn.Ihr flucht der Orthodox; denn sie will seinem Glauben,Der blinde Folgcr heischt, den alten Beyfall rauben.Und mich erzürnt sie oft, wenn sie der Schul entwischt,

") Bmmitlilich in den Naturfc'eschce, Leipzig t?47,1748. S. LeWgs Leben i, S. «5.