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Fragmente.
O »ein! denn gleich entfernt vom Geitz und vom Verschwenden,Floß, was dn gabst, Natur, aus sparsam klugen Händen.Was einen Bauer rcitzt, macht keine Regel schlecht;Denn in ihm wirkt ihr Trieb noch unvcrfälschlich ächt;Und wenn die kühne Kunst zum höchsten Gipfel flieget,So schwebt sie viel zu hoch, daß ihn ihr Ncitz vergnüget.So wie des Weingeists Gluth, weil er zu reinlich brennt,Kein dichtes Holz entflammt, noch seine Theile trennt.
Freund, wundre dich nur nicht, daß einst des Orpheus SaitenDie Tygcr zahm gemacht, und lehrten Bäume schreiten;Das ist: ein wildes Volk den Thieren untermengt,Hat, wenn er spielte, sich erstaunt um ihn gedrengt.Sein ungckützelt Ohr suhlt süße Zaubercyen;Ihn lehrt die Macht der Kunst die Macht der Götter scheuen.Und was der Wundcrmann lobt, rathet und befiehlt,Hat bey den rauhestcn den Reitz, mit dem er spielt.Die Menschlichkeit erwacht; der Tugend sanftes FeuerErhitzt die leere Brust und wird die Frucht der Lcyer.Der Wald sieht sich verschmäht, man sammelt sich zu Häuf,Man herrscht, man dient, man liebt, und bauet Flecken auf.So wirft ein Lcyermann, und Gott weis was für einer!Den Grund zum größten Staat, und macht die Bürger feiner.Doch, wars ein Wunder? Nein. Dem unverwöhnten Ohr,Das noch nichts schönres kennt, kömmt alles göttlich vor.Jetzt aber - - wähle selbst, nimm Hassen oder Grauen,Und sprich, ihr edler Stolz, wird er sich so viel trauen?Er beßrc, wenn er kann, das ungeschlifne Land.Dem Junker und dem Baur fehlt noch gleich viel Verstand.Er geh, sind sie es werth, und lehr mit Opcrtönen,Was sich nicht lehren läßt, den ohne Murren fröhnen,Und jenen ohne Stolz ein Bauerkönig seyn.Der Priester räumt ihm gern dazu die Kirchen ein.Doch er wird zehnmal eh die Karpfen in den Teichen,Als ihren dummen Baur und Baucrhcrrn erweichen.Nicht, weil er schlecht gespielt, weil er kein Orpheus ist.Des Kunst die Billigkeit nach seinen Zeiten mißt;Nein weil jetzt, (güldne Zeit!) der Pöbel ans den Straßen