Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
183
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Fragmente.

Sei» uugclcrulcr Flug erhält sich ohne Ruh.Der Sperling steigt ihm nach, so weit die Dächer gehe»,Ihm auf der Feuercß, wa»»S hoch kommt, nach zu scheu.Ein Geist, den die Natur zum Mustergcist beschloß,Ist, was er ist, durch sich; wird ohne Regeln groß.Er geht, so kühn er geht, auch ohne Weiser sicher.Er schöpfet aus sich selbst. Er ist sich Schul und Bücher.Was ihn bewegt, bewegt; was ihm gefällt, gefällt.Sem glücklicher Geschmack ist der Geschmack der Welt.Wer fasset scincu Werth? Er selbst nur kann ihn fasse».Sein Ruhm und Tadel bleibt ihm selber überlassen.Fehlt einst der Mensch in ihm, sind doch die Fehler schon,Nur seine Stärke macht, daß wir die Schwäche sehn.So kann der Astronom die fernen SouiicnflcckcnDurch Hülf des Sonnenlichts, und anders nicht entdecken.Nachahmen wird er nicht, weil eines Riesen Schritt,Sich selbst gelassen, nie in Kindenappeu tritt.Nun saget mir, was dem die knechtsche Regel nützet,Die, wenn sie fest sich stützt, sich auf scin Beyspiel stützet?Vielleicht, daß Fcur und Geist durch sie ersticket wird.;Denn mancher hat, aus Furcht zu irren, sich verrirrt.Wo cr schon Vorsicht braucht, verliert er seinen Adel.Er singet sonder Neid, und darum ohne Tadel.

Doch jedes hundert Jahr, vielleicht auch seltner noch,Kommt so ein Geist empor, und wird der Schwächer» Joch.Muß man, wenn man sich schwingt, stets adlcrmäßig schwingSoll nur die Nachtigall iu unser» Wäldern singen?Der nebelhafte Stern muß auch am Himmel sich»;Bey vieler Sonne» Glut würd unsre Welt vergeh».Drum wird dem Mittclgeist vielleicht die Regel nützen?Die Scnl war dort zur Zier, und hier ist sie zum Stützen.Doch, Frcund, belehre mich, wie den Apollo nennt;Wenn cr die Töne gleich als seine Finger keimt,Besaß sei» schwerer Geist EncliOen und Larrcscn,Und Eulcri» könnt cr gar, wie ich (Lalandern lcscn;Allein, cr wagte nichts, allein cr dächte »ic,Dem Führer allzutrcu, und folgte wie das Vieh;