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1 (1838)
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Fragmente.

Und täuschte nur das Ohr mit kunstlichem Geklimper:

Wie nennt Apollo den? WennS hoch kommt: einen Stümper.

Auch Dichter kenn ich guug, die nur die Regel macht.

Wer diesem Gott nicht dient, ist ihnen in der Acht.

Wagt sich ihr netter Geist in Moliercns Sphäre;

So kömmt kein Monolog, kein freyer Knecht die Quere;

Gesetzt er machte gleich die Augen thränenvoll,

Wo man nach Sitt und Recht sich selbst belachen soll.

Was schabt das? Hat er doch die Regeln nie verletzet,

Und gar, o seltner Ruhm, noch neue zugesetzet.

Die Richter preisen ihn, und rufen: seht, da seht!

Wie auch ein großer Geist mit Rcitz in Fesseln geht.

Allein, Freund, lachst du nicht, daß ich von Stümpern spreche?

Wer andrer Schwäche zeigt, vcrberg erst seine Schwäche.

Doch ja, du lachst nicht nur; du gähnst auch über mich.

Gut, schlafe nur nicht ein. Ich schließ, und frage dich:

Wenn der, der wenig braucht, und minder noch begehret,

Bey seiner Armuth lacht, und Reiche lachen lehret,

Der nichts vcrdrüßlich findt, auf alles Zucker streut,

Die Freude sich nie kauft, und sich doch täglich freut:

Wenn der zu preisen ist, ist der nicht auch zu preisen,

Deß Ohr sich nicht empört bey inittelmäßgcn Weisen,

Der bey des Hirten Flöt und muntern Dorfschallmeyn

So freudig kann, als du in Grauens Opern, seyn?

Dies Glück, Freund, wünsch ich dir! und willst du dich bedankenSo wünsch mir gleiche Lust aus -Hallern und aus -Hanken.