Fragmente.
Umständen würde er--und wer ums! nicht ein gleiches von sich geste-hend --vielleicht ein Schaum der BLscwichtcr, oder das Muster eines
Thoren geworden seyn. Welcher Anblick! in dem ganzen Umfange des mensch-lichen Herzens nichts als Laster zu finden! Und es ist von Gott ? Es istvon einem allmächtigen, weisen Gott ? Marternde Zweifel!--Doch viel-leicht ist unser Geist desto göttlicher. Vielleicht wurden wir für die Wahr-heit erschaffen, da wir es für die Tugend nicht sind. Für die Wahrheit?Wie vielfach ist sie? Zeder glaubt sie zu haben, und jeder hat sie anders.Nein, nur der Irrthum ist unser Theil, und Wahn ist unsre Wissenschaft.Fügt zu diesem erbärmlichen Bilde des edelsten Theiles von uns auch eineAbschildcrung des minder cdcln; des Körpers. Er ist ein Zusammenhang me-chanischer Wunder, die von einem ewige» Künstler zeigen. Ja, aber auchein Zusammenhang abscheulicher Krankheiten, in seinem Bau gegründeterKrankheiten, welche die Hand eines Stümpers verrathen. Dieses alles ver-führt den zweifelnden Dichter zu schließen:
Der Mensch? wo ist er her?Zu schlecht für einen Gott; zu gut fürs Ungefehr.
Man stoße sich hier an nichts. Alles dieses sind Einwürffc, die i» den fol-genden Gesängen widerlegt werden, wo das jetzt geschilderte Elend selbst derWegweiser zur Religion werden muß.")
Was sich der grobe Witz zum Stof deS Spottes wählt;Womit die Schwermut!) sich in Probetageu quält;Wodurch der Aberglaub, in trübe Nacht verhüllet,Die leichtgetäuschtc Welt mit frommen Teufeln füllet;Das göttlichste Geschenk, das aus des Schöpfers HandDen schwachen Menschen krönt, noch über dich, Verstand;Was du mit Zittern glaubst, und bald aus Stolz verschmähest,Und bald, wenn du dich fühlst, vom Himmel trotzig flehest;WaS dein neugierig N)ie? in fromme Fesseln schließt;Was dem znui Irrlicht wird, und dem ein Leitstern ist;Was Völker knüpft und trennt, und Welten ließ verwüsten,Weil mir die Schwarzen Gott, kein hölzern Kreutzc, grüßten;Wodurch, dem Himmel treu, allein ein Geist voll LichtI» jene Dunkelheit mit sichern Schritten bricht.Die nach der grausen Gruft, in uucrschafucn Feiten,Auf unsre Seelen harrt, die March der Sterblichkeiten:Dies sey nicin rührend Lied!
°) Doch wir wollen nuumchro den Dichter selbst hören. t7.',1.