Gedichte,
M>t den zwei Fingern will ich ihn zerbrechen,Wie einen Pfcifcnsticl!"
„Wie?" rief das Fräulein; „wie? zerbrechen?Zerbrechen" (rief sie nochm.il) „mich?Sie könnten sich ein meinem Lätze steche».Ich bitte, Sie verschone» sich."
„Bci'm Element! so will ich's wagen,"
Schrie Junker Bogislav, „wohlan!"
Und hatte schon die Hände kreuzweis angeschlagen,
Und packte schon heroisch an;
Als schnell ein: „Bruder! Bruder, halt!"
Vom Ofen her aus einem Winkel schallt.
In diesem Winkel saß, vergessen, nicht verlöre»,Des Bräul'gams jüngster Bruder, Fritz.Fritz saß mit offnem Ang' und Ohren,Ein Kind voll Mutterwitz.
„Halt!" schrie er, „Bruder! Auf ein Wort!"Und zog den Bruder mit sich sort:„Zerbrichst du sie, die schone Docke,So nimm die Sbcrhälftc Dir!Die Hälfte »nt dem Untcrrockc,Die, lieber Bruder, schenke mir!"
!5er über u»s. °)
Hans Steffen stieg bcv Dämmerung (und kaumKonnt' er vor Näschigkcit die Dämmerung erwarten)In seines Edelmannes Garten,Und plünderte den besten Aepfclbaum.
Johann und Hanne konnten kaumBor Zicbcsgluth die Dämmerung erwarten,Und'schlichcn sich in eben diesem Garten,Bon ungcsäl'r an eben diesen Acpfclbanm.
Hans Steffen, der im Winkel oben saß,
Und fleißig brach und aß,
Ward mäuschenstill, vor Wartung böser Dinge,
«) In Beeslau versaßt, nach der Angabe des Rectors Klose in Lessmgs Lebe»i, S, 2«.
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