218 Ter junge Gelehrte.
vergesse iibcr dein verdammten Plaudern meinen Gang auf denRathskcUcr ganz und gar. Ich bin gleich wieder zu ihren Diensten.
Damis. Bleib jetzt hier; bleib hier.
Anton. Aber Ihr Herr Vater kömmt. Hören Sie? Wirkönnten doch nicht weiter reden. (Echt ab)
Damis. Wenn mich doch mein Vater ungestört lassen wollte.Glaubt er denn, daß ich so ein Müßiggänger bin, wie er?
Zweyter Austritt.Damis- Chrysander.
Chrysanver. Immer über den verdammten Büchern! MeinSohn, zu viel ist zu viel. Das Vergnügen ist so nöthig, alsdie Arbeit.
Damis. O Herr Vater, das Studircn ist mir Vergnügensgenug. Wer neben den Wissenschaften noch andere Ergötzungci»sucht, muß die wahre Süßigkeit derselben noch nicht geschmeckt haben.
Chrys. Das sage nicht! Ich habe in meiner Zugcnd auchstudirt; ich bin bis auf das Mark der Gelehrsamkeit gekommen.Aber daß ich beständig über den Büchern gelegen hätte, das istnicht wahr. Ich gieng spazieren; ich spielte; ich besuchte Gesell-schaften; ich machte Bekanntschaft mit Frauenzimmern. Wasder Vater m der Zugcnd gethan hat, kann der Sohn auchthun; soll der Sobu auch thun. ^ linve iriüjnri llilcnt srgreminor! wie wir Lateiner reden. Besonders das Frauenzimmerlaß dir, wie wir Lateiner reden, cle meüori empfohlen seyn!Das sind Narre», die einen jungen Menschen vor das Frauen-zimmer ärger als vor Skorpionen warnen; die es ihm, wie wirLateiner reden, canl!u5 ssnFinne v!r>erinn zu fliehen befehlen. —Zvamis. t?»utn>« l-MAume vinerin»? Za, das ist noch La-tein! Aber wie heißt die ganze Stelle?
(Julius timet llavum l'ibcrim tkMFere? cur »livuin8»nFuine v!rwr!no
(!gut!u8 vitst? — —O ich höre schon, Herr Vater, Sie haben auch nicht ans derQuelle geschöpft! Denn sonst würden Sie wissen, daß Horaz in eben der Ode die Liebe als eine sehr nachtbeilige Leidenschaftbeschreibt, und das Fraucnzimmcr - —