Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
240
Einzelbild herunterladen
 

240

Der junge Gelehrte.

Juliane. Was sagst du, Lisctte? von mir? O Valer, glau-ben Sie solch rasendes Zeug nicht! Habe ich dir etwas andersbefohlen, als ihm einen schlechten Begriff von mir beyzubringen?

Ä.isette. Za, recht; einen schlechten von Ihnen undwenn es möglich wäre, einen desto bessern von mir.

Juliane. Nein, es ist mit euch nicht auszuhaltenValer. Erklären Sie wenigstens, liebste ZuliancJuliane. Erklären? und was? Vielleicht, daß ich Ihnenin die Arme rennen will, und wann ich auch alle Tugendenbeleidigen sollte? daß ich mich mit einer Begierde, mit einemEifer die Ihrige zu werden bemühen will, die mich in IhrenAugen nothwendig einmal verächtlich machen müssen? Nein,Valer--

Lusette. Hören Sie denn nicht, daß sie uns gern freyeHand lassen will? Sie macht es wie die schöne Aspasiaoder wie hieß die Prinzcßin in dem dicken Romane? ZweyRitter machten auf sie Anspruch. Schlagt euch mit einander,sagte die schöne Aspasia; wer den andern überwindet, soll michhaben. Gleichwohl aber war sie dem Ritter in der blauen Rü-stung günstiger, als dem andern

Juliane. Ach, die Närrinn, mit ihrem blauen Ritter--

(reißt sich loß und geht ab)

Zweyter Auftritt.Lisetre. Valer.

Äsettc. Ha! ha! ha!

Valer. Mir ist nicht lächerlich, Lisette.

Kisette. Nicht? Ha! ha! hak

Valer. Ich glaube, du lachst mich aus?

Kusette. O so lachen Sie mit! Oder ich muß noch ein-mal darüber lachen, daß Sie nicht lachen wollen. Ha! ha! ha!

Valer. Ich möchte verzweifeln! In der Ungewißheit, obsie mich noch liebt

F.isene. Ungewißheit? Sind denn alle Mannspersonen soschwer zu überreden? Werden sie denn alle zu solchen ängst-lichen Zweiflern, sobald sie die Liebe ein wenig erhitzt? LassenSie Ihre Grillen fahren, Herr Valer, oder ich lache aufs neue.