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1 (1838)
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Tcr junge Gelehrte.

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und beschreibt sie mir also vollkommen nach meinem Geschmacke.Sie hat es ohne Zweifel geschlossen, daß ich ihre Mamsell nureben deswegen, weil sie das unerträglichste Frauenzimmer ist,hcyrathcn will.

-L.isette. Nur deswegen? nur deswegen? und das hätte ichgeschlossen? Ich müßte Sie für irre im Kopfe gehalten haben.Ilcbcrlcgcn Sie doch nur--

Damis. Das geht zu weit, Liscttc! Traut Sie mir keineUcberlcgung zu? Was ich gesagt habe, ist die Frucht einer nurallzu scharfen Ucberlcgung. Za, es ist beschlossen: ich will dieZahl der unglücklich schcincndcn Gelehrten, die sich mit bösenWeibern vermählt haben, vermehren. Dieser Vorsatz ist nichtvon heute.

Anton. Nein, wahrhaftig! Was aber der Teufel nichtthun kann! Wer hätte es sich jetzt sollen träumen lassen, jetztda es Ernst werden soll? Ich muß lachen; Liscttc wollte ihn vonder Hcyrath abziehen, und hat ihn nur mehr dazu beredt; undich, ich wollte ihn dazu bereden, und hätte ihn bald davon ab-gezogen.

Damis. Einmal soll gchcyrathct scyn. Auf cinc recht gutcFrau darf ich mir nicht Rechnung machen; also wähle ich mircinc recht schlimme. Eine Frau von der gemeinen Art, die we-der kalt, noch warm, wcdcr recht gut, noch recht schlimm ist,taugt für einen Gelehrten nichts, ganz und gar nichts! Werwird sich nach seinem Tode um sie bekümmern? Gleichwohl ver-dient er es doch, daß sein ganzes Haus mit ihm unsterblich bleibe.Kann ich keine Frau haben, die einmal ihren Platz in einer Ab-handlung cle Iionis Uruilituruin uxorivus findet, so will ichwenigstens eine haben, mit welcher ein fleißiger Mann seineSammlung cle malis I^ruäitorum uxviivus vermehren kann.Ja, ja; ich bin es ohnehin meinem Vater, als der einzige Sohn,schuldig, aus die Erhaltung seines Namens mit der äusserstenSorgfalt bedacht zu scyn.

K.isette. Kaum kann ich mich von mcincm Erstaunen erhoh-len. --Zch habe Sie, Herr Damis, für einen so großcn

Geist gehalten--