Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
265
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Der junge Gelehrte.

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Damis. Bald werden !Sic mich, Valcr, auf Ihr Ge-schwätze aufmerksam gemacht haben. So verlangen Sie dochin der That, daß ich meinen Ruhm Ihrer thörichten Neigung

nachsetzen soll? Meinen Ruhm!--Doch wahrhaftig, ich

will vielmehr glauben, daß Sie scherzen. Sie wollen versuchen,ob ich in meinen Entschlicssungen auch wankclhast bin.

valer. Ich scherzen ? Der Scherz sey verflucht, der mirhier in den Sinn kommt!

Damis. Desto lieber ist mir es, wann Sie endlich ernst-haft reden wollen. Was ich Ihnen sage: die Schrift mit derDevise IInum est necellarium

Vierzehnter Auftritt.Chryjander. Damis. Valcr. Anton.

Lhr^s. (mit einem Zcittmqsblatt i» der Hand) Nun, nicht wabr,Herr Valcr? mein Sohn ist nicht von der Hcyrath abzubringen?Sehen Sie, daß nicht sowohl ich, als er auf diese Hcyrath dringt?

Damis. Zch? ich auf die Hcyrath dringen?

Lhrys. St! st! st!

Damis. Ey was st, st? Meine Ehre lcidct hierunter.Könnte man nicht auf die Gedanken kommen, wer weiß wasmir an einer Frau gelegen sey?

Chrys. St! st! st!

Valer. O brauchen Sie doch keine Umstände. Zch sehees ja wohl! Sie sind mir beyde entgegen. Was für ein Un-glück hat mich in dieses Haus führen müssen! Zch muß eineliebenswürdige Person antreffen; ich muß ihr gefallen, und mußdoch endlich, nach vieler Hoffnung, alle Hoffnung verlieren.Damis, wenn ich jemals einiges Recht auf Zhre Freundschaftgehabt habe

Damis. Aber, nicht wahr, Valcr? einer Sache wegen,muß man auf die Berlinische Akademie recht böse seyn? Be-denken Sie doch, sie will künftig die Aufgaben zu dem Preisezwey Zahr vorher bekannt machen. Warum denn zwey Zahr?war es nicht an einem genug? Hält sie denn die Deutschenfür so langsame Köpfe? Seit ihrer Erncumng habe ich jedes